Reichtum

Manchmal denke ich, wie reich wir sind, das sehen wir nicht daran, was wir uns leisten können, sondern daran, was wir alles weg werfen.

Über meine Erlebnisse bei der Arbeit für die Tafel habe ich ja bereits geschrieben. Jeden Mittwoch schlimm, welche Mengen wir von den Händlern bekommen (die das Ganze ja ansonsten „entsorgen“würden), und welche Mengen wir dann selbst „entsorgen“, weil die Kunden sie nicht kaufen. Das ist oft richtig hart.

Wir leben jedoch in einer Wegwerf-Gesellschaft. Leider.

Der Mann meines Herzens half neulich einer Bekannten beim Umzug. Und obwohl der Umzug an sich schon gelaufen war (und seit Monaten bekannt; das war keine überstürzte Flucht) waren Haus und Keller und Dachboden und Garage und Schuppen noch voll. Alles Dinge, die die Familie nicht mehr haben wollte. Der fünfte und sechste Christbaumständer. Kleider. Kinderspielzeug. Werkzeuge und andere Geräte. Holz. Drahtseile. Bastelkram. Dekokram. Kleinmöbel. Großmöbel. Holz für den Kamin. Und so weiter.

Der Mann meines Herzens und die anderen Helfer nahmen dann jeder noch eine Autoladung voll mit nach Hause, weil sie es nicht mit ansehen konnten, was da alles zum Wertstoffhof gekarrt werden sollte. Und dennoch wurde Anhänger um Anhänger beladen und alles wurde weggeworfen.

Markus sagte, das waren Dinge im Wert von mehreren Hundert Euro. Selbst als gebrauchte Ware.

Aber wir haben’s ja. Und bevor wir was verschenken, oder spenden, da räumen wir es erst mal in Keller und Dachboden und Schuppen und Garage. Und wenn es dann zeitlich eng wird, ja dann, dann werfen wir es eben weg.

Wie gesagt, wir haben es ja. Und unsere Freunde und Bekannten auch. Und die Menschen, die es „nicht so haben“ und sich über ein Schnäppchen freuen würden, ja mei, die gehen uns ja nix an.

Eine Freundin von mir, die sich mehr Zeit genommen hat, hat mir ihrer Schwester zusammen Stück für Stück das Elternhaus geleert, verkauft, verschenkt, eingetauscht. Und sich über viele Fundsachen aus ihrer Kindheit gefreut und über viele Erinnerungen. So gehts auch.

Und was dabei gerne vergessen wird. Ich werfe was weg, und jemand anderes, der es brauchen kann, der kauft es dann neu. Und so wird weiter produziert und verpackt und transportiert… Und die Müllhalden füllen sich weiter.

Meine Bitte daher. Ob du demnächst umziehen willst oder nicht. Schau dich doch mal um in deiner Wohnung und an deinen Lagerplätzen und überlege, ob du dich nicht schon heute von Dingen trennen magst, verkaufen, eintauschen, spenden, den Freunden und Nachbarn anbieten. Entrümpeln befreit 🙂

Bonustrack: so findest du neue Freunde und evtl. Abnehmer

Gewinn für die Umwelt: Weniger Müll, weniger Raubbau, weniger Belastung

Dein Gewinn: ein leichteres Leben und evtl. einen schnelleren Umzug

5 Punkte


 

 

 

Zahlenspiele

So, Fridays for Future war. Die Regierung war nicht beeindruckt und hat ein Klimapaket verabschiedet, dass weitest gehend als nicht ausreichend kritisiert wurde.

10,00 € pro Tonne CO2. In der Schweiz sind es 80,00 €, in Schweden sogar 115,00 €. Und die Pendlerpauschale soll im Gegenzug erhöht werden. Oh Hilfe.

Dabei kam und kommt auch immer wieder zur Sprache, dass wir Deutschen ja nur für 2 % des Kohlendioxid Ausstoßes verantwortlich wären, und dass deshalb jede Änderung bei uns völlig irrelevant wäre.

Wir stellen aber nur gut 1 % der Erdbevölkerung. Und sind verantwortlich für ca. 2 % des Kohlendioxids.

  1. Das ist nicht fair. Wer mehr Dreck (es geht ja um mehr als nur Kohlendioxid) macht als Andere, der sollte auch mehr Dreck wegmachen. Und nicht sagen: „Och, ist doch nur so ein kleines Häufchen.“
  2. Unser Wirtschaftssystem arbeitet fleißig daran, dass auch die Bürger der ärmeren Länder viel konsumieren, große Autos fahren, energieintensive Geräte nutzen, viel Fleisch essen und jede Woche 2 neue T-Shirts kaufen. Und wie schaut die Welt und das Klima denn aus, wenn sich die Bürger der ärmeren Länder da ein Beispiel an uns nehmen? Wäre auch irgendwie gut, weil dann sind wir ja nicht mehr die Einzigen die Schuld sind. 🙂
  3. Dass es hier bei uns noch schön ist, und wir so im Wohlstand leben können, das liegt auch daran, dass schon jetzt andere Menschen und Völker unseren Dreck wegmachen. Die Kosten tragen. Es wird nicht unser Wald vernichtet, um Soja für die Tiermast anzubauen. Wir exportieren noch immer Müll. Wir verkaufen noch immer Produkte, die hier schon längst als gesundheitsgefährlich verboten sind in andere Länder, um Gewinne und Exporte zu sichern.

Und, seien wir ehrlich. Wir sind ein reiches Land. Konsum hier ist für viele in erster Linie ein Luxus, es geht nicht mehr oft um echte Notwendigkeiten.

Bonustrack: nächstes Ziel: Die Weltklima Konferenz am 29.11.

Gebt nicht auf.

Danke

 

 

Ein paar Wünsche

In dieser Woche kannst du dich richtig für die Umwelt einsetzten:

1) Politisch: Am Freitag, den 20.09.2019 wird es bundesweit Demonstrationen geben, Fridays for Future und nicht nur für Greta und die Schüler*innen. Nein. Wir alle sind aufgerufen diesmal mit zu machen. Wenn es irgendwie geht, dann sei dabei.

Termine und Gruppen

Später wirst du stolz sein, dabei gewesen zu sein, als es drauf ankam. Und diesen Freitag kommt es drauf an. Wir wollen einen richtig großen Aufschrei hören:

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“

Genau genommen klaut man uns ja schon die Gegenwart 😦

2) Praktisch: Am Samstag, den 21.09.2019 ist International Coastal Cleanup Day. Weltweit werden dann Strände vom Müll befreit. Auch wenn du nicht an der Küste lebst kannst du helfen. Denn der Müll, der jetzt in den Bächen schwimmt, der landet irgendwann auch an der Küste. (Oder jetzt in den Mägen der Tiere hier, der Rest dann in den Mägen der Seevögel und -Fische).

Termine und Gruppen

Ganz einfach geht es, wenn du an diesem (und vielleicht noch anderen Tagen) mit einer Plastiktüte und einem Handschuh bewaffnet spazieren gehst und den Müll einsammelst, der am Wegesrand liegt. Eine Tüte voll Müll passt auch bestimmt noch in deine Tonne. Oder du findest andere, gute Wege, diesen Müll dann zu entsorgen.

Was ich mir noch wünsche:

  • Ökosongs, wie in den Sechziger Jahren. Die Bürgerrechtssongs und Anti-Vietnam-Songs und Protestsongs in Amerika. We will overcome. Diesmal für Grün.
  • Grüne Pfeile an jeder Ampel. Wir Deutschen sind in der Lage, das zu lernen.
  • Kleine, sexy, pfiffige Autos deutscher Hersteller, die sehr wenig Sprit verbrauchen. Gerne als Luxusausführung, als Angeberauto, als Prestigeauto. Ich bin sicher die deutschen Autobauer können das.
  • Mehr interessante und leckere vegetarische Gerichte auf den Speisekarten. Ich bin sicher, unsere Köche können das.

Allein sind wir stark genug, aber gemeinsam können wir etwas verändern .


 

 

Kleine Schritte

Einfach ein paar Nachträge zu früheren Themen: Keine Werbung aber Nennung von Produktnamen oder Firmennamen.

Auf dem Weg Richtung vegane Ernährung:

backen wir jetzt mit veganem Eiersatz. Schmeckt und funktioniert wirklich genauso gut. Gibts beim dm und bestimmt auch noch wo anders. Im Päckchen sind 4 Einzeltüten (immerhin aus Papier), jede Tüte ersetzt ein Ei und wird mit 50 ml Sprudel angerührt, dann alles wie gehabt.

Statt Butter haben wir jetzt mal die bio-Alsan probiert. Backen, kochen, aufs Brot alles gut. Kann ich mir schon vorstellen. Der Versuch läuft aber noch.

Statt Cappuccino gibts jetzt Espresso, geht auch. Guck ma an.

Bei allen 3 Sachen freut sich auch mein Arzt, der mir schon lange erzählt, mein Cholesterin-Spiegel sei zu hoch. Und das obwohl ich Veggi bin 😉 Und angeblich sorgt Cappuccino statt Espresso ja auch für ein kilo mehr auf der Waage.

Verpackungen sparen:

Die Katze kriegt – nach Rücksprache mit der Tierärztin – nur noch Trockenfutter. Früh mit Wasser vermischt. (Kommentar Tierärztin: Und das frisst der? Sie haben eine komische Katze). Wichtig ist nur, dass der Kerle genug trinkt, das sei die einzige Funktion des Nassfutters. Trockenfutter gibts auch im Karton und wenn doch Plastiktüte, dann nehme ich die als Mülltüte, wenn sie mal leer gefuttert ist.

Ich springe über meinen Schatten und nehme keine Einzelpackungen mehr für die Badewanne. Wenn ich es recht bedenke, ist mir der Duft ziemlich egal, wenn ich erst mal drin liege.

Seife statt Duschgel. Der Klassiker. Festes Shampoo statt Shampoo aus der Flasche.

Und immer öfter nehme ich eigene Verpackungen zum Befüllen mit, wenn ich einkaufen gehe.

Und neulich habe ich beim waschbär bestellt und war angenehm überrascht, dass das Päckchen nicht mit Klebeband verklebt war sondern mit zwei Schnüren, die ich gleich aufgehoben habe für den Garten oder so.

Wie gesagt, ich gehe lieber kleine Schritte als auf die große Lösung zu warten. Reicht nicht, das weiß ich schon, aber ich bleib dran.

Bonustrack (danke Catha): interessante Baumpflanzaktion

Gewinn für die Umwelt: Weniger Tierleid, weniger Umweltzerstörung durch Tierhaltung, weniger Müll

Dein Gewinn: Du lebst gesünder und sparst Geld

jeweils 1 Punkt


 

 

 

 

Pareto

Das hören wir oft: Wenn du konsequent vegetarisch lebst, dann darfst du aber auch keine Eier essen. Mach es richtig oder gar nicht.

Nun ja.

Wir sehen das so, dass wir uns auf den Weg gemacht haben und auf diesem Weg schon ganz schön weit voran gekommen sind. Und da stellt sich die Frage, wie aufwändig es ist, die letzten Meter dieses Weges zu gehen, und ob es nicht sinnvoller ist, diese Energie in andere Ziele zu stecken. Diese Frage hat sich Vilfredo Pareto auch gestellt und kam zu einer interessanten Theorie. Und die „besagt, dass sich viele Aufgaben mit einem Mitteleinsatz von ca. 20 % erledigen lassen, so dass 80 % aller Probleme gelöst werden.“ (Wikipedia).  Und das bedeutet:

  • Wenn ich eine 100 %-Lösung anstrebe, dann brauche ich dafür 80 % mehr Ressourcen (Zeit/Energie) als wenn ich mich mit der 80 %-Lösung zufrieden gebe. Was jede Hausfrau beim Fensterputzen bestätigen wird.
  •  Und wenn mir die 80 %-Lösung reicht, dann habe ich noch 80 % Ressourcen übrig für andere Aktivitäten, was jeder Schüler beim Vokabel-Lernen bestätigen wird.

Die Engländer sagen dazu: Leave well enough alone.
Auf deutsch etwa: Es ist gut genug.

Und so habe ich mich (endlich) auf einen weiteren Weg gemacht: Vermeidung von Verpackungsmüll. Zeit wird’s. Also nachdenken über  eigene Verpackungen mitnehmenMülltütenselber machenGeschenke verpackenupcycling, usw.

Was machst du, um Verpackungen zu vermeiden? Bitte schreibe einen Kommentar.

Und weil der Müll nun schon mal überall ist: Am 21.09.2019 ist International Coastal Cleanup Day . Auch wenn du nicht an der Küste wohnst, Ufer gibts bestimmt in deiner Nähe. Oder Wege, von denen der Wind den Müll in den nächsten Bach und damit schnell ins Meer befördert. Mach doch mit, organisier was oder geh einfach sammeln. Wenn jede*r nur eine Tüte Müll sammelt geht das bestimmt noch in die eigene Tonne und entlastet uns und unsere Umwelt.

Gewinn für die Umwelt: enorm.

Dein Gewinn: Pareto? Mehr Zeit fürs Wichtige. Oder: Lieber inkonsequent auf dem richtigen Weg als konsequent auf dem Falschen.


 

Degustation

Jetzt haben wir es wieder mal deutlich gesagt bekommen: Der Verzehr von Tieren und Tierprodukten ist erstens ein großer Grund für die Klimaveränderung. Und er ist zweitens eine Möglichkeit für alle Menschen da schnell und wirksam gegen zu steuern.

Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme.

Und das bringt dich ja vielleicht ins Grübeln, inwieweit du – mit Genuß – deine Ernährung umstellen kannst. Was isst mensch denn so, wenn es keine Wurst und kein Fleisch sein soll? Evtl. noch nicht mal Käse und Yoghurt? Wie schmeckt denn all das Tofuzeugs? Die Linsenburger? Die Weizenwürstchen? Die Hafermilch und die Soyasahne? Kuchen mit diesem Ersatzei? Die Lebenswurst?

Wir standen auch mal vor dieser Frage und haben eine Degustation durchgeführt, mit Freund*innen, von denen wir annahmen, dass diese sich auch so ihre Gedanken machen.

So richtig mit Fragebogen, Fotos der angebotenen Speisen samt ungefährem Preis, verschiedene Kriterien (Aussehen, Textur, Geschmack,…).

Wenn ich mich recht erinnere hatten wir an die 10 verschiedene „Würste“ und „Schinken“ im Angebot. Denn der Mann mag Senf. Da muss was was Wurstartiges drunter.

Und haben tatsächlich was gefunden, was uns geschmeckt hat. Ob die Freunde das auch so gesehen haben, naja, wer weiß. Aber es war ein schöner und interessanter Abend.

Wenn zu dem Thema noch ein wenig theoretischen Input möchtest gibt es zwei – sehr deutliche – Bücher, die ich empfehlen kann:

„Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer.

„Anständig essen“ von Karen Duve.

Bonustrack: für das andere große Thema: Müllvermeidung

Gewinn für die Umwelt: Siehe oben.

Dein Gewinn: Du lebst gesünder und erweiterst deine Möglichkeiten.


 

 

 

Regendieb

Wir haben schon lange eine Regentonne. Mit Deckel, dass mir da kein Viech drin ertrinkt. Und das heißt, wenn es regnet renne ich (oder my beloved) raus, mach den Deckel ab und wenn es aufhört zu regnen machen wir den Deckel wieder drauf. Und wenn keiner da ist, dann bleibt die Tonne leer.

Und das ist bei diesen Sommern (und bei der Menge an Pflanzen, die mit uns leben) nicht so prickelnd.

An einen anderen Platz sollte die Regentonne eh und so hat sich mein beloved in den Weiten des Internets getummelt und prompt eine bessere Lösung gefunden.

einen Regendieb

Der Name gefällt mir natürlich gleich. Und weil der Regendieb völlig selbstständig arbeitet, haben wir mehr Wasser für den Garten und werden auch nicht mehr so naß. Bingo.

War auch gar nicht so teuer. Aber um Geld zu sparen machen wir das eh nicht.

So schaut das Ganze bei uns aus.

regendieb-2

Hat er super gut gemacht, mein Schatz. Es klappt wunderbar.

regendieb-1

 

 

 

 

 

 

 

Und passt zu unserem Chaos 🙂

Bonus Track: Zum Kompensieren von Flugreisen oder auch einfach so

Gewinn für die Umwelt: Die Gewinnung von Trinkwasser ist absolut nötig, aber verursacht natürlich auch jede Menge Schäden. Deshalb ist es wünschenswert Trinkwasser möglichst nur zum Trinken zu nehmen.

Dein Gewinn: Spart im Sommer schon echtes Geld.