Inch by inch, row by row

Es gibt einen wunderschönen song von Pete Seeger, den Garden Song. Auf YouTube habe ich den tatsächlich gefunden. Da singt der Sänger der Bürgerrechtsbewegung und des Anti-Vietnam-Protestes von den Freuden des Gärtners.

Und davon will ich heute auch schreiben.

Abgesehen von den offensichtlichen Vorteilen eines Gartens:

  • viel Bewegung an der frischen Luft (und für mich ist das Sport!)
  • regionales und saisonales Obst und Gemüse
  • wenn du das willst sogar Bio (ja, ich will)
  • immer ein Sträußchen für die Vase
  • es gibt kein schlechtes Wetter mehr

gibt es noch Vorteile, die nicht so offensichtlich sind. Habe ich zumindest neulich bei treehugger gelesen.

Die Gärtnerin nimmt den Wechsel der Jahreszeiten viel mehr wahr. Der Gärtner freut sich am Gesang der Vögel und am Gesumme der Bienen. Die Gärtnerin kann sehr viel selbst bestimmen, in einer Zeit, wo wir uns fast alle ziemlich oft fremdgesteuert fühlen. Der Gärtner lernt seine Grenzen kennen, weil dann doch nicht alles gelingt. Die Gärtnerin wird geduldig und der Gärtner akzeptiert das Unvermeidliche.

Und so habe ich mir letztes Jahr ein Stück Wiese gekauft. Ja! Ich bin Kleingrundbesitzerin. Sogar Eigentümerin.

Mir geht es in erster Linie um Obst.

Einen Gemüsegarten will ich nicht mehr. All das Gezupft, der ewige Kampf gegen die ungeliebten Kräuter, die viel schneller wachsen als die Erdbeeren oder der Salat. Und dann erst die Schnecken, die ich immer brav abgelesen habe und auf die nächste Wiese gefahren. Gießen, gießen, gießen. Und dann gibt es ja doch immer Nachbarn, die sich mit meinem Konzept des wilden Gartens nicht so recht anfreunden wollen. (Von Ihne kommt immer der Löwenzahnsame in mein Garde, den müsse se rausmach!) Nee, das will ich nicht mehr haben. Deswegen jetzt die Wiese.

Das war mir dabei wichtig:

  • eine Wasserstelle in der Nähe
  • dafür keine Gemüsegartennachbarn
  • keinen Landwirt nebendran, der dann fröhlich seine Pestizide und Dünger ausbringt
  • bequem zu erreichen
  • in der Nähe von Wohnort oder Arbeitsplatz

Ach ja, bezahlbar sollte er auch sein. Ich will zwar nicht gärtnern um Geld zu sparen, aber dennoch, allzu teuer sollte dieses Hobby nicht werden. Und sowas habe ich tatsächlich gefunden. Yippie!

Die ersten Büsche sind gepflanzt: Himbeeren, Johannisbeeren schwarz und weiß, Stachelbeere und Sanddorn.

Was ich noch will sind 2 Apfelbäume, 2 Birnbäume, eine Sauerkirsche, eine Mirabelle, eine Herzkirsche, einen Holunder und eine Hasel. Und eine Jostabeere. Und vielleicht Brombeeren. (Und wenn das so weiter geht, brauche ich noch das Nachbargrundstück)

Und jetzt freu ich mich drauf. Und was wir nicht selber essen, das verschenke ich. Oder überlasse es den Vögeln und Igeln.

„Inch by inch, row by row, I’ll make that garden grow, put the seeds down deep below till the rains come tumbling down.“ So Pete Seeger.

Bonustrack: Von der Welt auf den Teller
Kurzstudie zur globalen Umweltinanspruchnahme unseres Lebensmittelkonsums

Spruch des Tages: Schreibe niemals der Bösartigkeit zu, was durch Dummheit angemessen erklärt wird. (Hanlons Rasiermesser)

Die gute Nachricht: 70% der 15 bis 19-Jährigen lehnen die Fleischproduktion in ihrer jetzigen Form ab. 

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