To do or not to do

Letzte Woche wusste ich echt nicht was ich machen soll. Verstand gegen Herz. Das war passiert:

Wir gehen am Samstag Abend spazieren, in dem Viertel, in dem wir seit fast vier Jahren wohnen. Es gibt viele Katzen, wir haben ja auch einen Kater. Manche kommen her und lassen sich streicheln. Und das mache ich dann auch, mensch weiß ja nicht, was sie so erlebt haben, ein wenig Aufmerksamkeit kann da nicht schaden, heißt es.

Und da ist eine kleine schwarze Katze und ich streichle und merke, sie ist total dünn. Und ihre Haare sind zum Teil ausgefallen. Hilfe.

Der Mann meines Herzens ist los, Katzenfutter holen und ich habe Leute gefragt, wem diese Katze gehört. Antwort: Niemandem, sie lebt seit Jahren auf der Straße, ein paar nette Menschen füttern sie. Hilfe. Also haben wir rumtelefoniert. Tierheim hat natürlich zu. Katzenfreunde waren nicht zu erreichen. Wir dürfen sie nicht nehmen, nicht dauerhaft. Ganz abgesehen von unserem Kater…

Gegessen hat sie dann.

Eine nette Frau sagte, sie füttere die Katze regelmäßig, hätte auch einen Unterschlupf bereitgestellt, samt Heizdecke im Winter. Es gäbe auch noch andere Leute, die die Katze füttern und auch mal in die Wohnung holen wenn es richtig kalt ist. Und die Katze sei auch schon sehr alt.

Mein Herz sagt: Katze ins Tierheim. Ärztliche Versorgung. Weitere Leute fragen, ob sie die Katze nehmen können.

Der Verstand – und andere Leute sagen: der Katze geht es doch soweit gut. Lass sie wo sie ist. Eingesperrt will sie bestimmt nicht werden, da wird sie verrückt.

Ein Dilemma.

Wir haben dann die Tierärztin gefragt. Und die war sehr deutlich: Lassen Sie die Katze in Ruhe!!!!!!!! Im Tierheim wird sie wahrscheinlich eingeschläfert, weil sie nicht zu vermitteln ist – und das Tierheim die Arztkosten nicht tragen kann oder will. Und einen Wechsel zu einer Familie ist mit Sicherheit auch nicht förderlich. Und ob sie die tierärztliche Versorgung überlebt ist in dem Alter auch fraglich.

Und so haben wir das dann gemacht. Also: Nix gemacht.

Wir Menschen wollen oft helfen. Aber gut gemeint ist nicht immer gut getan. Es hängt oft mehr dran, als schnell ersichtlich ist. All die schönen, bunt bemalten Nistkästen sind für die Vögel oft schädlich, weil die Farben giftig sind. Ähnlich ist es mit den vielen Insektennistkästen. Blühstreifen sind tödliche Fallen, wenn sie am Ende des Jahres gemäht und kompostiert werden. Die Debatte über das Füttern der Vögel hält an. Beispiele ohne Ende.

Frustrierend.

Was hättest du getan?

Bonustrack: Ein schöner ganzheitlicher Ansatz Natur zu fördern: HeimatErbe

Spruch der Woche:
Egal ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht, du wirst Recht behalten. Henry Ford

Heute mal wieder ein Buchtipp, schon etwas älter:
Noah & Co von E.W. Heine und Helme Heine. Da blieb mir das Lachen oft im Hals stecken. Und ich fühlte mich auch schon mal ertappt.

gebrauchtes Buch – Heine, Ernst W; Heine, Helme – Noah & Co

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