Rückblick und Ausblick

So, jetzt lobe ich mich mal ein wenig selbst.

In diesem Jahr habe ich einiges erreicht, was ein ökologischeres Verhalten angeht.

  • Ein Kfz-freier Tag in der Woche. Klappt meistens.
  • Bei Atmosfair kompensiert.
  • Viel mehr aus eigener Kraft unterwegs.
  • Müll vermieden – im Unverpacktladen eingekauft.
  • Wenn ich schon das Auto benutze, dann erledige ich mindestens vier Sachen.
  • Bin jeden Tag mindestens einen Gegenstand losgeworden – verschenkt, gespendet, eingetauscht, verkauft.
  • Gemüse und Obst selbst produziert.
  • Öfter mal vegan.
  • Noch mehr Second Hand Artikel erworben.
  • Das Kochen mit der wonderbag begonnen. (Das begeistert mich noch immer, schon weil ich dann mehr Zeit hab, etwas anderes zu tun, statt immer wieder in den Topf zu gucken. Am Liebsten mach ich damit das warme Frühstücksmüsli, Milchreis, Porridge, Hirse und &)

Und das Beste: Das Bad ist ziemlich plastikfrei geworden:

  • Zahnbürsten aus Holz oder Bambus
  • Zahnputztabletten statt Zahnpasta aus der Tube. (Das war gar nicht so einfach, die meisten Zahnputztabletten kommen in der Plastikdose 😦 Jetzt habe ich doch welche gefunden und mein Unverpacktladen hat sie auch)
  • Seife statt Duschgel
  • Festes Shampoo statt Shampoo aus der Flasche
  • Selbstgemachtes Deo.
  • Olivenöl statt Bodylotion (und wenn ich die Hand- und Gesichtscremes leer habe, dann werde ich auch dafür Olivenöl nehmen, oder vielleicht Kokosfett, mal schauen)

Gute Vorsätze habe ich natürlich auch:

  • Öfter mit dem Rad in die Stadt fahren. Will doch eh fitter werden.
  • Abnehmen. Ich esse viel zu viel, fühl mich mit meinem Fettvorrat nicht mehr wohl und die Produktion von Lebensmitteln ist halt schon ein großer Teil meines ökologischen Fußabdrucks.
  • Noch mehr Benzin, Wasser und Strom sparen.
  • Zufriedener werden.

Was hast du erreicht, von deinen Vorsätzen? Und wie soll es bei dir weiter gehen? Wenn du magst, schreibe bitte einen Kommentar.

Bonustrack: Mitfahrzentrale Pendlerportal

Motivationsfilm: Eine Giraffe lernt laufen. Immer wieder aufstehen, auch wenn es manchmal schwer fällt.


Wegwerfgesellschaft

Ich bin immer noch ein wenig räudig. Deswegen wird’s heute vielleicht ein längerer Text. 😦

Seien wir ehrlich: Wir sind eine Wegwerfgesellschaft. Und das bringt mich völlig aus dem Takt. Dieses gedankenlose „Ab in die Tonne“.

Ich gebe es ja zu. Ich mag auch immer wieder mal was Neues. Klamotten, Deko, Geschirr, Pflanzen. Die Versuchung ist da, und wird ja auch schön angeheizt. Und so lange Platz ist. Und ich mir das finanziell leisten kann…

Und wer sagt, dass Konsum nicht glücklich macht, der lebt in einer anderen Welt.

Sich der Werbung zu entziehen fällt mir nicht leicht. Dabei habe ich die Möglichkeiten der Firmen, mich zu erreichen, sehr reduziert. Kein Fernsehen, kein Radio, keine Tageszeitung. UND EINEN DICKEN AUFKLEBER AM BRIEFKASTEN, DER AUCH MEISTENS RESPEKTIERT WIRD. Und dennoch, immer wieder fällt mir was vor die Augen. Und ich will es zuhause haben. Manchmal bin ich richtig froh, wenn was kaputt geht. Blöd, aber ist so.

Wenn es geht, dann kaufe ich wenigstens Second Hand. So vermeide ich die Neuproduktion mit all ihren Schäden. Rohstoffe, Bewässerung, Energie, Transport, Verpackung.

Und ich gebe viel zu Second Hand Läden oder verschenke.

Unsere Tonne ist auch recht leer, obwohl sie klein ist. Und viel Müll rein kommt, den ich beim Spazieren gehen aufsammle.

Ein riesiges Problem ist, dass viel von dem Produzierten gar nicht verwendet wird. Ein Drittel der Lebensmittel landen im Müll. Krise. Und mit dem Rest der Käufe schaut es nicht besser aus. Zweite Wahl – nein danke. Kleine Mängel – Retour. Eine französische Winzerin sagte mal: Ihr Deutschen wollt immer nur die teueren Weine. Und ich dachte noch: Warum nicht, wenn ich mir das leisten kann? Aber was passiert dann mit dem Hauswein?

Viel wäre gewonnen, wenn wir das besser nutzten, was da ist. Neulich waren wir spazieren. Irgendwo auf dem Land. Da war ein Steinbruch und sonst viel Landschaft. Noch nicht mal Landwirtschaft. Und dennoch waren die Pflanzen rechts und links des Weges zurück geschnitten worden. Was heißt geschnitten. Abgerupft, wie das heute halt so gemacht wird. (Wenigstens nach dem 30. September, um die Vögel nicht beim Brüten zu stören). Und die Zweige lagen dann am Wegesrand. Mit Hagebutten dran, Berberitzen, Wacholderbeeren, Schlehen. Andere Sachen, deren Name ich nicht kenne. Schöne Sachen. Wenn du die Zweige auf den Markt trägst, dann kannst du da viel Geld verdienen. Aber nein, ist Müll, auf die Seite geschoben. Und wir Frauen kaufen dann extra produzierte Ware für teures Geld, um ein wenig Herbstdeko ins Haus zu bringen. Wahrscheinlich aus Plastik, dass es keine Mühe macht und länger hält. Da krieg ich die Krise.

Oder es wird ausgemistet. Minimalismus. Habe ich ja gar nichts dagegen. Aber die Mühe, da einen Abnehmer zu finden? Nö. Ab in die Tonne. Kleidung. Bücher. Blumentöpfe. CDs. Alte Drucker oder Handys. Möbel. Pflanzen.

Ich bin dann versucht zu sagen: Gib es mir, ich versuche es zu verwenden oder zu verkaufen. Oder spende es den Sozialkaufhäusern. Damit muss ich endlich aufhören: den Müll anderer Leute nach Hause zu schleppen, nur weil das vielleicht noch verwendet werden kann. Habe ich dem Mann meines Herzens versprochen. Immerhin darf ich vom eigenen Müll Vorräte anlegen. Papiere, alte Kalender, Stoffe, Glasverpackungen. Luftpolsterfolie. So einen Kram. Bin ein Messie. Geprägt durch die Eltern. Die diesen Überfluss in ihrer Kindheit nicht hatten. Bequem ist was anderes.

Habe ich eine Lösung? Nein. Nicht für mich und schon gar nicht für Andere.

Wie machst du das? Für welche Dinge findest du eine zweite Heimat und wo und wie? Welche Philosophie hast du, wenn es um Käufe geht, ums Wegwerfen?
Bitte schreibe einen Kommentar.

Bonustrack: Kleidung aus Reclycle Material: nu-in

Spruch der Woche: Lernen ohne zu denken ist sinnlos, aber denken ohne zu lernen ist gefährlich
Konfuzius