Wir haben nur einen kleinen Garten, Reihenhausgarten, Handtuchgarten. Leider ist der Boden – äh – suboptimal. Sand und Bauschutt. Wasser läuft also sehr schnell davon. Und der Kompost den ich dem Boden spendiere wird ratzfatz ausgewaschen.
Deshalb stehen auf Terrasse und Balkon jede Menge Töpfe und Kübel für die Pflanzen, die ich beernten will. Salat, Kräuter, Minze, Gurke, Paprika, sogar wieder mal eine Tomate, Bohnen, Zucchini…
Die letzte Woche war zum Teil sehr heiß und vor allem trocken. Vor einer Woche hat es mal ein wenig getröpfelt. Die nächste Hitze ist im Anmarsch. Also muss ich gießen.
Es widerstrebt mir, mit Trinkwasser zu gießen und das wird wahrscheinlich eh bald verboten, wenn das mit der Trockenheit so weiter geht. Ich will aber meine Pflanzen nicht vertrocknen lassen. Ich hab sie gekauft, ich muss mich kümmern.
Was also tun?
Zwei Regentonnen fangen Regenwasser auf. Reihenhaus heißt halt leider auch: Nur kleine Dachfläche. Beide Tonnen sind inzwischen leer.
Schatten spenden. Die Markise ist ein echter Gewinn, nicht nur für uns Menschen. Töpfe so aufstellen, dass sie sich gegenseitig Schatten spenden. Oder den Schatten des Baumes nutzen.
Wasser sammeln. Das Wasser mit dem ich Obst, Salat und Gemüse wasche, das sammle ich und wenn der Eimer voll ist gibt’s eine Dusche für die großen Pflanzen. Das Wasser in dem ich die Eier koche, das Restwasser vom Wasserkocher gibt eine Dusche für die Zimmerpflanzen oder die kleinen Töpfe. Das Wasser mit dem ich meine Hände abspüle – ab damit in den Garten. Ich nutze das Badewasser (ohne Zusatz im Sommer). Das bedeutet, dass ich ziemlich viel mit Eimern und Kannen unterwegs bin. Mein Biathlon. Laufen und Tragen. Zum Glück ist meine Schulter wieder soweit belastbar.
Sinnvoll gießen. Also früh am Morgen oder am Abend, dann brauche ich viel weniger Wasser als in der Mittagshitze, die Rede ist von 10 %. Die Pflanzen haben mehr Zeit das Wasser aufzunehmen, bevor es verdunstet ist. Lieber heute kräftig gießen und morgen gar nicht als jeden Tag ein bißchen. Und jetzt habe ich einen Supertipp gelesen: Am Mittag gar nicht erst hinsehen. Viele Pflanzen sehen dann wirklich jämmerlich aus. Da ist der Reflex groß jetzt gleich zu gießen, die armen Pflänzchen zu retten. Pflanzen haben aber viele Mechanismen entwickelt, um sich vor der Sonne zu schützen. Blätter nach unten hängen lassen, Wasserzufuhr zu den Blättern kurzfristig drosseln, weniger Blüten und/oder Früchte ausbilden.
Ungeliebte Kräuter stehen lassen. Ja, die nehmen auch Wasser auf. Auf der anderen Seite spenden sie Schatten, halten den Wind ab (der ja auch austrocknet), halten den Boden bedeckt (und damit Wasser im Boden) und halten den Regen zurück, dass der nicht einfach davon fließt.
Auswahl der Pflanzen: Welche Pflanzen brauchen mehr Wasser, welche können auch mal Trockenheit? Als Zierpflanzen habe ich ganz viele Sedum. Die sind tough.
Und wenn alle Stricke reißen: Trinkwasser.
Wie machst du das? Bitte teile deine Gedanken dazu.
Bonustrack 1: War das Wetter jetzt schon immer so? War es früher wirklich anders. Auf dieser Seite kannst du es nachschauen.Wetter von damals.
Bonustrack 2: Was außerhalb unserer Gärten auf dem Spiel steht und was getan wird um unsere Natur zu schützen. Der NABU zeigt was getan werden muss und was getan wird.
Spruch der Woche: Der menschliche Stolz lässt der Vernunft oft so lange keinen Raum, bis auch die Vernunft keinen Dienst mehr zu leisten vermag.
Edmund Burke