Sommerschule

Heute ist ein schöner Sommertag. Sonne, blauer Himmel, warm, laues Lüftchen. Ok, auf unserer Terrasse ist es mir zu warm, da muss die Markise wieder arbeiten. Schützt mich, den Mann in meinem Leben und die Pflanzen. Aber ansonsten, schön.

Leider war der Sommer dieses Jahr nicht so.

Mir war viel zu oft viel zu warm und ich habe mich tagsüber im Haus verkrochen, die Rolläden runter gelassen (grad so weit, dass die Zimmerpflanzen immer noch genug Licht bekamen), die Fenster waren zu. Raus bin ich nur wenn ich musste – und dann sogar mit Hut.

Hab einiges gelernt in diesem Sommer:

  • Wie wichtig Schatten ist. Die Markise ist Gold wert. Der Pfirsichbaum ebenfalls, auch wenn die Pfirsiche nicht wirklich gut sind. Die Insekten und Vögel lieben ihn. Passt. Außerdem hat sich ein Essigbaum selber angesiedelt, der inzwischen auch eine ordentliche Größe erreicht hat. Danke
  • Wie wichtig die Pflanzen sind. Sie kühlen nicht nur durch Schatten sondern auch aktiv durch Verdunstung. Sie binden Kohlenstoff und liefern Sauerstoff, sie binden Staub, stemmen sich gegen den Wind – und wenn es dann tatsächlich mal regnet, dann bremsen sie den Regen und leiten ihn in den Boden. Ich will aber mehr Pflanzen mit einer gewissen Größe. So können die sich gegenseitig Schatten spenden.Mir ist inzwischen ziemlich egal, ob das ungeliebte Kräuter sind oder Pflanzen, die ich mal bewußt gesetzt habe. Alles besser als brauner Boden.
  • Weil: offener Boden trocknet schneller aus als du gucken kannst. Sonne und Wind arbeiten Hand in Hand, der Boden wird wie Stein. Dann lieber Giersch, Gras & Co.
  • Bin ich froh dass ich zwei Regentonnen habe. Leider nur kleine Dachfläche, es dauert lang bis die Fässer voll sind. Aber dann sind sie gut für 1-2 Wochen gießen.
  • Neue Pflanzen werde ich danach aussuchen, wie trockenresistent sie sind. Da gibt es zum Glück Info im Netz: Vom NABU gibt es Tipps zum Umbau des Gartens und die Datenbank Naturadb hilft auch. Da kannst du ganz gezielt nach passenden Pflanzen für deinen Balkon oder Garten suchen.
  • Viel trinken. Wird wirklich schwieriger, je älter ich werde. Inzwischen peppe ich mein Wasser auf mit Kräutern im Wasserkrug. Der Rosmarin ist eh dermaßen üppig dieses Jahr, da kann ich schneiden so viel ich will. Andere Kräuter gehen auch.
  • Tauschgeschäfte mit der Ernte. Wir haben Pfirsiche, auf der Wiese gab’s Beeren, die Nachbarin hat Feigen… da geht schon einiges. Schön.
  • Phantasie mit der Ernte. Pfirsich Marmelade, Pfirsichkuchen, Pfirsich Chutney, Pfirsich Kompott, ach ja, so essen geht auch – oder im Müsli. Hab mir angewöhnt die Pfirsiche in der Röhre zu schmoren, wenn ich eh schon backe. Dann schmecken sie noch besser, weicher, karamelliger. Wow.

Und jetzt geh ich auf die Terrasse und freu mich über die Markise und all die vielen Insekten die herumschwirren und sich an meinen Wildkräutern bedienen. Die Nachtkerzen leuchten noch und jetzt kommen auch andere Blüten wieder zum Vorschein, Oregano, Pfefferminze, Platterbse und so lila Zeug von dem ich nicht weiß wie es heißt und zu faul bin es nachzuschlagen. Die App Plantnet hätte ich ja auf dem Handy. Vielleicht später.

Bonustrack: Vom NABU Niederrhein Aktionen zu Insekten

Spruch der Woche: We can’t shop our way out of the climate crisis.
Anne-Marie Bonneau. The zero-waste chef


Sommerblues

Es ist heiß. Und trocken. In 5 Monaten ists wieder kalt und feucht. Gefällt mir auch nicht. Ich weiß, ich bin schwer zufrieden zu kriegen. Immerhin ist mir das klar.

Aber heute ists heiß und trocken. Die Nachbarn grillen. Hmm. Mir wäre es ja warm genug. Ich hoffe, sie haben wenigstens einen Eimer mit Wasser in der Nähe vom Grill. Das Gras und die Bäume sind trocken. Irgendein Idiot wird heute ein schönes Feuer starten, weil er unbedingt grillen will. Oder ein offenes Feuer braucht für die Romantik am Abend. Lagerfeuer. Wahrscheinlich ist er (bin sicher es ist ein Er, sorry Jungs) der Meinung, er hat alles im Griff.

Ich habs mal erlebt, vor ein paar Jahren: Rechts der Straße brannte ein Acker. Ich gucke und überlege wo ich überhaupt bin um die Feuerwehr rufen zu können. Da machts Wusch und der Baum auf der anderen Straßenseite steht in Flammen. Nicht nur ein Bäumchen, nein, ein ausgewachsener Baum. Und wirklich von Jetzt auf Gleich. Komplett in Flammen. Da wurde mir zum ersten Mal klar, warum es heißt: Ein Feuer bricht aus.

Ich hab dann schnell geschaut, dass ich weiter komme (die Feuerwehr war bereits informiert).

Also, bitte, wenn du rauchst: Pass auf mit deinen Kippen. Bitte nur in den Aschenbecher. Und stell sicher, dass sie wirklich aus sind.

Wenn du mit dem Auto unterwegs bist: Bitte parke nicht auf dem Seitenstreifen. Ja, vielleicht musst du ein paar Schritte gehen, aber so ein Auspuff ist wirklich heiß. Das reicht, um ein Feuer zu starten. (Du glaubst mir nicht? Lang doch mal hin).

Wenn du grillst oder ein Feuer anzünden willst: Bitte frag in deiner Gemeinde nach. Es gibt inzwischen Gemeinden, die davon abraten, bzw. das verboten haben. Und bitte habe ein, zwei Eimer Löschwasser parat, wässere vorher auch den Boden um die Grillstelle oder Feuerstelle. Sei sparsam mit den Anzündern. Vor allem keine flüssigen Anzünder in die Glut gießen. Es könnte mehr in Flammen aufgehen als nur dein Bart oder deine Augenbrauen.

Und vielleicht hast du ja den Mut, die Leute anzusprechen und auf die Gefahren hinzuweisen. Ich hab den Mut gerade nicht. Hatte ich aber schon. Die Antwort: Keine Sorge – ich hab alles im Griff.

Bonustrack: Seite des NABU zum Thema „Kühlen ohne Klimaanlage„. Am Besten gefällt mir Punkt 11.

Spruch der Woche: „Es geht auf keinen Fall so weiter, wenn es so weiter geht.“ Erich Kästner