Herbstgedanken

Der Goldene Oktober ist hier. Nachts kühl/kalt, am Morgen neblig und dann kommt die Sonne raus und alles leuchtet. Der Topinambur wedelt mit seinen Blüten, der Essigbaum färbt die Blätter und die letzten Blümchen zeigen was sie drauf haben. Die Tomaten und die Paprika färben sich und warten auf die Ernte. Wie schön. Hier im Maintal färben sich die Wälder und mein Chef meinte mal: Ist grad so schön wie der Indian Summer in Amerika.

Als Frau die gerne isst freu ich mich auch auf den Herbst. Die Zeit der Aufläufe beginnt, von Ofenkäse, Ofengemüse und Kuchen ganz zu schweigen. Käsespätzle und Käsefondue locken. Grad ist noch Pfifferlingszeit und die Kürbisse leuchten am Straßenrand und später in Supper und Kuchen. Hab mich gerade mit der Physio-Dame über Brotbacken unterhalten. Das steht auch noch auf meiner wishlist. Mal sehen, ob ich das dieses Jahr mal angehe.

Die Tiere in unserem Garten werden deutlich ruhiger. Obwohl: Gestern hat eine Grille gezirpt, hatten wir auch noch nicht.

Im Herbst des Lebens gibt es noch so Einiges was das Leben interessant macht und spannend.

Natürlich haben sich auch die Reisen verändert. Lieber etwas gelassener und hier in der Nähe bleiben. Also gut, Nähe ist natürlich eine Frage der Definition. Das europäische Ausland lockt schon auch noch. Hier wo ich lebe ist es aber wirklich sehr schön. Hab ich ja früher kaum angeguckt, war immer nur das, wo ich durchgefahren bin um ans Ziel der Reise zu gelangen. Aber jetzt? Schließlich wohne ich da, wo andere Urlaub machen. Ok nicht sehr viele, aber doch genug, dass es eine anständige Tourismus-Infrastruktur gibt. Schöne alte Dörfer, Burgen, Bäche, Hügel – und klar: Schöne Hotels und gute Restaurants. Und eben kurze Anfahrten. Große Städte in Reichweite, wenn ich das mal will. Auch was wert. Fliegen will ich eh schon lange nicht mehr, wegen Öko. Bin auch genug geflogen in meinem Leben. Alles Reisen, die ich nicht missen möchte und wo ich froh bin, dass ich das gesehen habe als ich das eben körperlich noch konnte.

Ich bin müde geworden und auch irgendwie satt. Eine Freundin, die etwa so alt ist wie ich und auch viel unternommen hat, die meinte: Weißt, eigentlich will ich gar nimmer fort. Bin gern zuhause.
Das ist doch super, oder? Zu sein, wo es schön ist, wo mensch sich wohl fühlt, mit netten Menschen links und rechts. Ganz so gelassen sehe ich das noch nicht. Mal schauen wie es weiter geht.

Bonustrack 1: Auch die Igel spüren den Herbst:

Screenshot

Bonustrack 2: Fledermäuse mögen nicht alle. Wenn du Fragen hast, hier gibt’s Antworten: https://www.stiftung-fledermaus.de/
https://www.fledermausschutz.de/ansprechpartner/

Spruch der Woche: Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
Bertolt Brecht, An die Nachgeborenen


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