Wir waren wieder mal ein paar Tage im Elsass. Ist ja nur über den Bach. Direkter Nachbar. Und immer wieder begeistert mich, wie viel anders es in anderen Ländern ist, die nur durch eine Grenze von uns getrennt sind. Mit Dänemark ging es uns genauso. Mit Österreich. Mit der Schweiz. In Frankreich sind wir am Meisten, da fällt es uns besonders auf.
Was mir gefallen hat:
- Störche. Selbst in den Nordvogesen gibt es jetzt wieder Störche. Wie auch unten im Rheintal werden sie geschützt aufgezogen, bleiben 3 Winter im Land (ok, nicht freiwillig, aber die meisten Störche sterben nun mal auf dem Winterzug), dann sind sie seßhaft. Oh boy. Kostet das Geld? Ja klar, ist es der Regierung aber wert.
- Die Gegend ist viel kleinteiliger. Keine großen Felder oder Weiden. Viele Hecken. Viel Wald. Wie erhofft war es dort schön grün und kühl. Es gibt auch viele Seen und mäandernde Bächle, das Wasser bleibt so länger in der Landschaft. Biberburgen habe ich keine gesehen. Trotzdem jede Menge Auwälder. Auch die Straßen sind schmäler als bei uns. Wenig Leitplanken, wenig Pfosten, offener.
- Es war ruhig. Wir waren in kleinen Landgasthöfen. Straße weit weg, kaum Nachbarn. Ich weiß ja, dass wir hier eine gute und ruhige Nachbarschaft haben. Die Fenster sind gut gedämmt. Ich höre nicht viel. Bissi Auto. Bissi viel Flugzeuge (Frankfurt lässt grüßen). Aber dort, wow. Ruhig. Klar, wenn du was sehen willst oder erleben musst du wieder ins Auto steigen. Sehr erholsam. Genau, das was wir brauchten.
- Im Hotel gab es kleine Küche für Gäste, weil eigentlich Ruhetag. Lecker. Auch sonst waren die Franzosen bereit ihre Öffnungszeiten zu dehnen und wir bekamen noch schnell und trotzdem in aller Ruhe Mittagessen und Kaffee. Freundlich.
- Im Supermarkt waren gleich am Eingang zwei Wasserspender mit Bechern, so dass die Kunden gleich mal was trinken konnten. War ja doch wärmer als für viele Menschen gut ist. Angeblich auch Bänke zum Hinsetzen und Ausruhen, die habe ich leider nicht gesehen. Überhaupt gehört die Flasche Trinkwasser im Restaurant, auch im Norden, einfach dazu. Wir mussten fragen, stimmt, im Süden kommt die einfach so auf den Tisch. War aber kein Gewese. Hier habe ich schon mal für ein kleines Glas Wasser zum Espresso 2 Euro bezahlen müssen. Gänsewein.
- Das Essen. So eine Fantasie, so viel Geschmack, so eine Qualität. Und bezahlbar.
- Supermarkt. Es gibt da eine Kette – Grand frais – die verkauft nur Essen. Eine Riesenauswahl. Aus aller Herren Länder. Obst, Nüsse, Gemüse. Käse. Natürlich auch Fleisch und Fisch. Süßkram. Saucen, Essig, Öl. Das ist dann meistens der Zeitpunkt, an dem ich nicht mehr nach Hause zurück will. Steigle voll. Heißt: 5 oder mehr Kilo Obst oder Gemüse, das perfekt reif ist. Noch heute oder morgen verzehrt oder verwendet werden sollte. Zu einem unschlagbaren Preis. Die letzten Tage habe ich viel Zeit in der Küche verbracht. Herrlich. Jetzt noch Apfelchutney und Apfelkuchen, dann ist das meiste verbraucht. Natürlich verschenke ich dann rechts und links. Wir haben eine gute Nachbarschaft…
- Und ich war und bin wieder froh um den Kochino. https://www.koschino-kochkissen.de/. Der erleichtert das Kochen enorm, weil ich mich viel weniger drum kümmern muss. Nicht umrühren, nicht Hitze regulieren. Weniger Strom und weniger Hitze. Ich finde auch, dass die Sachen besser schmecken.
Wie gesagt, nur ein paar Meter trennen Deutschland von Frankreich. Versteht mich nicht falsch. Hier ist auch viel gut und schön. Grad die Pfalz mit ihren vielen Hofläden. Jedes Land ist anders, wie jeder Mensch auch. Und das ist gut so. Trotzdem empfehle ich, mal über die Grenze zu fahren und sich um zu schauen. Vieles ginge auch bei uns. Wir könnten davon profitieren.
Bonustrack 1: Ein Pflanzplan für ein Beet mit Pflanzen, die mit Hitze und Trockenheit besser klar kommen und ein Gewinn für die Insekten sind.
Bonustrack 2: Eine gut gemachte Information über die Belastung der Landschaft durch Hitze und Trockenheit. Und wie wir die Landschaft besser schützen können.
Spruch der Woche: Jede größere Stadt soll Wildnis vor ihren Toren haben, damit sich die wundgescheuerten Seelen dort wieder etwas gesundbaden können. Henry David Thoreau
Wir Saarländer sind schnell in Rheinland-Pfalz, Luxemburg und Frankreich. Im Herzen Westeuropas gibt es viel Natur, Kultur und Kulinarik. Freunde aus Gastarbeiterfamilien können interessante Reiseziele in Spanien, Italien, Ex-Jugoslawien, Griechenland und der Türkei empfehlen, eventuell auch eine Unterbringung bei dort lebenden Familienmitgliedern vermitteln. Zwei bis drei Tage in einem Hotel mit Minibar und internationalem Frühstücksbuffet finden meine Frau und ich allerdings auch nicht schlecht – zumindest gelegentlich, wenn es anders nicht geht. Urlaub zu Hause hat wahrscheinlich die positivste Ökobilanz, ist aber auch keine wirkliche Alternative zum normalen Alltag. Wer es sich finanziell leisten kann, sollte m. E. im Urlaub irgendwo hinfahren, wo er etwas sieht, das er zu Hause nicht hat.
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Genau. Urlaub ist wenn du etwas Neues kennen lernst.
Und die Welt ist schön und die meisten Menschen sind nett und wollen ihre Arbeit gut machen.
Reisen ist ein Luxus, ich weiß. Gehört für mich jedoch zu einem guten Leben dazu. Solange ich das körperlich hinkriege.
Saarland hat uns auch gefallen.
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