Jetzt aber mal ernsthaft

Würdest du einen alten Ferrari, der super gut in Schuss ist und wunderschön ausschaut verschrotten? Um die Metallspäne zu gewinnen? Oder das Glas der Scheinwerfer für neue Flaschen? Das Holz der Armaturen fürs Lagerfeuer?

Ich glaube nicht.

Mal abgesehen von den ökologischen Schäden, die so ein alter Ferrari anrichtet, wenn er fährt, ist er doch ein Wunder der Technik, des Handwerks, eine Augenweide im Museum. Und könnte für viel Geld verkauft werden statt ihn zu verschrotten.

Aber genau das machen wir mit dem Wald. Mit uralten Bäumen. Ok, nicht in Deutschland, wir haben kaum alte Wälder und keine alten Bäume mehr. Aber in Europa schon, in Amerika, in Canada. In Südamerika oder in Asien. Da werden riesige Bäume gefällt, um Brennholz daraus zu machen, oder Essstäbchen, oder Papier.

Und diese alten Wälder, diese Urwälder und alten Bäume sind voller Tiere und Pflanzen, sind ein ökologisches Wunder, ein Garten Eden, ein Paradies, ein Hort der Artenvielfalt.

Da habe ich neulich ein paar Artikel dazu gelesen, da kamen mir die Tränen. Wir sind als Spezies so doof. So gescheitert. Egoismus pur, kein Blick auf Morgen. Hauptsache Gewinn jetzt. Wir nehmen keine Rücksicht auf das Leben und schützen dafür Arbeitsplätze. Sind Holzfäller und ihre Chefs nicht auch vom Klimawandel bedroht?

Denn es ist ja so, dass wir die Bäume und Wälder brauchen, wenn wir die Klimakrise meistern wollen, die Erderwärmung eindämmen. Letztendlich unser Überleben sichern wollen. Schon jetzt sterben Tausende Menschen an den Folgen der Erderwärmung. Gigantische Waldbrände zerstören riesige Flächen, mit allem was darin kreucht und fleucht und angewachsen ist. Dabei sind wir noch gar nicht bei den 1,5 °C Erwärmung, die als Obergrenze propagiert werden.

Die Bäume leiden auch an den steigenden Temperaturen. Haben Durst. Sind anfällig für Insekten und Pilze. Werden leichter vom Sturm umgeworfen. Und statt ihnen zu helfen kommen wir mit der Motorsäge. Unfassbar.

Was kannst du jetzt tun?

Pflanze einen Baum. Ja, ich weiß, der beste Zeitpunkt einen Baum zu pflanzen war vor 20 Jahren. Aber der zweitbeste Zeitpunkt ist jetzt. Also: pflanze einen Baum. Noch einen Baum. Und wenn es eine kleine balkongeeignete Salweide ist. Oder ein kleiner Apfelbaum für die Terrasse. Vielleicht kannst du ein Grundstück kaufen, irgendwo auf dem Land und da ein paar Bäume pflanzen. Vielleicht kannst du deinen Vermieter fragen, ob du auf dem öden Stück Rindenmulch oder im Steinhaufen vor dem Haus einen Baum pflanzen darfst. Vielleicht kannst du deinen Arbeitgeber dazu überreden, die Rasenfläche um die Firma zu nutzen. Und wenn das alles nicht geht, vielleicht hast du noch Platz in der Wohnung für eine Zimmerpflanze.

Und wenn es geht, verschenke Pflanzen. Und wenn es ein Basilikum-Töpfchen ist. Vielleicht kannst du Ableger von deinen Pflanzen nehmen und eigene Pflänzchen weiter geben. Ökologisch viel besser als noch ein Stehrümchen, das süße Katzenbild, das super Parfum, das neue Handy, das Messerset, die Dingensbummens, von denen wir uns alle einreden lassen, dass davon ein schönes Leben abhängt.

Bonustrack: Nachdenkenswertes vom WWF.

Spruch der Woche: Diskutiere nicht mit Idioten, sie ziehen dich auf ihr Niveau, und schlagen dich dort mit ihrer Erfahrung!

Bleib optimistisch und fröhlich, geh raus und mach die Welt ein wenig besser.

4 Kommentare zu „Jetzt aber mal ernsthaft“

  1. Solange ein toter Baum mehr Geld bringt als ein lebendiger wird das nie was.
    Was sagen wir dem Holzfäller im Urwald, wenn er kein Geld bekommt, weil er kein Holz verkaufen darf…
    Was ist uns die Natur wert?

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      1. Holzfäller*innen werden sagen: Ohne Bäume keine Arbeit. Ohne Arbeit kein Geld. Ohne Geld keine Zukunft.
        Dem könnte man erwidern mit: Ohne Bäume keine Zukunft für ALLE. Umdenken, Umlernen und Verzicht ist angesagt, auch für die Nutzer des Einschlags. Wie wäre es denn mit dem Gedanken, dass die Industrienationen von ihrem Überfluss diejenigen Ernähren, die dafür keine Bäume mehr fällen? Globale Probleme werden sich nur global lösen lassen. Also ist jeder Einzelne gefordert für den Erhalt des Globus etwas zu tun / zu verzichten.

        Gefällt 1 Person

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