All together now

Ein neues Jahr hat begonnen. Und Überraschung: Es sieht genauso aus wie das Jahr zuvor. Und das Jahr zuvor. Inzwischen sage ich gar nicht mehr: Nächstes Jahr wird’s wieder besser. Diese Hoffnung habe ich verloren.

Außer: Wir machen es besser.

In diesem Jahr habe ich jetzt schon einige Appelle gelesen und gehört, doch das Verbindende wieder mehr in den Vordergrund zu ziehen. Sich nicht zu zerstreiten, sich nicht aufwiegeln zu lassen. Zusammen zu stehen.

Und das gefällt mir gut. Gemeinschaften pflegen und neue aufbauen. Es gibt keine Obergrenze für Freundinnen. Kontakt halten, sich öffnen. Ernsthaft fragen wie es Anderen geht. Ernsthaft antworten. Hilfe gewähren – und auch Hilfe annehmen.

Habs ja schon öfter geschrieben. Ich bin ein großer Fan von echten Komplimenten. Positivem Feedback. Lächeln. Witze erzählen. Basic Höflichkeit. Tür aufhalten, wenn jemand viel zu tragen hat. An der Kasse Menschen vorlassen, die viel weniger kaufen wollen als ich. Im Straßenverkehr mal auf meine Vorfahrt verzichten. Oder ganz konkret heute: Den Schnee räumen. Nicht nur da wo ich muss, sondern auch für die Nachbarn. (Hab die Schuhe eh schon an und die Schaufel in der Hand.) Das alles kann das Leben anderer Menschen ein klein wenig verschönern oder erleichtern. War früher selbstverständlich, so wurde ich erzogen. (Ich bin alt). Und es hat eben eine Verbundenheit geschaffen. Wir wussten von einander. Von unseren Stärken und Schwächen, von unseren Wünschen und Ängsten. In dieser globalen Welt finde ich das wichtig.

Welche Menschen? Familie, Freunde, Nachbarn, Kollegen, im Verein, wenn ich einkaufe, wenn ich essen gehe… Nicht immer, wirklich nicht. Aber mindestens einmal am Tag.

Außer, ich bin schlecht drauf. Hab schlecht geschlafen, Streit mit jemandem. Schmerzen. Und so Tage gibt’s halt auch. Ich bin nicht immer gleich. Sorry. Grummelgrummel. Kommt vor. Ja mei. Jetzt hab dich nedd so.

Und jetzt kommts: Anderen geht es auch so. Die sind vielleicht auch grundsätzlich positiv und nett. Haben ausgerechnet jetzt schlechte Laune. Schmerzen, Stress, ein krankes Mensch zuhause. Da habe ich dann Pech. Und da wünsche ich mir von mir selbst mehr Gelassenheit und Toleranz. (Von anderen natürlich auch). Hab ich nicht. Aber ich arbeite dran.

In der Theorie ist das leichter als im richtigen Leben. Ich weiß. Aber ich finde es richtig und wichtig. Fangen wir an.

Bonustrack 1: Es gibt vom BUND in Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung und anderen eine Reihe von kostenlosen Publikationen zu ökologischen Themen. Neu erschienen: Der Konzernatlas zum Thema Lebensmittel. Bestärkt mich wieder mal darin, genau auf die Verpackung zu schauen und möglichst viel selbst zu machen.

Bonustrack 2: Wo wir schon von dem Blick auf die Verpackung reden, was bedeuten denn all diese Siegel wirklich.

Spruch der Woche: „Es gibt keine Alternative zur liebenden Mitgestaltung der Welt. Sonst übernehmen das die Menschen, die die Welt und andere Menschen nicht lieben.“
Schriftsteller Daniel Schreiber

Ich schicke dir ein Lächeln über das Spiegelnetzwerk. Wie das geht? Schau in den Spiegel und lächle dich an. Das Lächeln das du siehst, das kommt von mir.