sauber und ordentlich


sauber und ordentlich, das sind für mich die gefährlichsten Wörter der deutschen Sprache.

Was wird nicht alles verbraucht und zerstört, nur damit was sauber ist und ordentlich. Und wie schön ist es in anderen Ländern, wo es malerisch und romatisch und unordentlich zugeht. Und wo wir über ein wenig Schmutz gerne hinweg sehen.

Aber daheim:

Da muss das Unkraut raus aus den Ritzen am Straßenrand, das Hemd muss gebügelt sein und das Auto gewaschen. Da wird die Natursteinmauer mit dem Dampfstrahler entnaturisiert und da werden alte Sachen weggeworfen – außer sie sind shabby shic.

Nur den Müll, die Getränkedosen, die Bonbonpapiere, die Zigarettenkippen, die gebrauchten Tempos und Kondome, die werfen wir gelassen in den Straßengraben.

Lass doch mal 5 gerade sein, putze diese Woche mal nix, räume die Wäsche ungebügelt in den Schrank oder lass dein Auto wie es ist.

Stattdessen kannst du mit deinem Lieblingswesen schmusen, schauen wie die Sonne untergeht, Freunde im Biergarten oder dem Café treffen, tanzen, Kuchen backen, basteln oder mir einen guten Tipp schicken, was ich noch hier publizieren soll 🙂

Und wenn du unbedingt was sauber machen willst, lese doch ein wenig Müll vom Straßengraben auf.

Gewinn für die Natur: weniger Resourcenverbrauch, weniger Putzgifte, weniger Wasserverbrauch.

Dein Gewinn: Entspannung, Gelassenheit, Kontakte

2 Punkte

nochmal die Krabbler


Insekten in der Wohnung mag ich nicht. Geb ich zu. Brr. Grabbelts mich.

Aber umbringen will ich sie auch nicht.

Darum:

1) fernhalten: Fliegengitter, Perlenvorhang, …

2 ) verjagen: Sprich, ich sammel die Viecher ein und trag sie nach draußen. Ein Glas drüber stülpen, Postkarte oder Ähnliches drunter schieben und dann nach draußen tragen. (Hab ich mal in einem Nobelrestaurant gemacht. Hat Mut gekostet, aber stell dir vor: Seit dem hab ich da Bonuspunkte und interessante Gespräche mit dem Serviceleiter).

3) umbringen tu ich nur Zecken. Ich ersäufe sie im Klo.

4) aber niemals: Gift, kein Spray, kein Fliegenpapier, kein Ameisenköder, kein Autan, kein nix. Ich vergifte mich doch nicht selber.

Gewinn für die Umwelt: Insekten sind ja scheint es gar nicht mehr so viele da. Dabei sind sie eine Basis der Nahrungskette. Klar gibt es lästige Viecher, Bremsen zum Beispiel, aber die meisten sind auch schön, wenn mensch genau hinschaut. Und wie gesagt: Sie sind das Futter für viele Tiere und bestäuben auch die Pflanzen.

Dein Gewinn: gutes Karma, helfen statt töten, mehr Blumen in deiner Umgebung und mehr Vögel

Jedes Mal 1 Punkt, bei einer Spinne: 10 Punkte oder 2 Heiligenscheine


 

Durst


Durst soll ja schlimmer als Heimweh sein. Und Durst zuhause ist besonders schlimm. Durst hast aber nicht nur du, sondern mehr und mehr auch Insekten und Vögel, Fledermäuse und andere Viecher. Und die sind hier auch zuhause.

Im Garten, auf der Terasse, auf dem Balkon und vielleicht nur auf dem Fensterbrett: Stell doch einen Untersetzer mit Wasser hin (auf dem Fensterbrett vielleicht kleben?). Leg ein paar Steine rein, dass die kleinen Tiere auch wieder rauskrabbeln können. Und dann genieße die Show. Spatzen und Meisen baden drin, Insekten trinken draus. Vielleicht kommt sogar Nachbars Katze? Oder Igel? Oder ganz was Exotisches?

Es muss noch nicht mal immer sauberes Wasser sein. Hauptsache es löscht den Durst.

Und im Garten verhindert so eine Tränke, dass dir die Insekten deine Früchte und Gemüse anknabbern. Das machen die oft auch nur aus Durst.

Gewinn für die Umwelt: Du hilfst, die Artenvielfalt zu erhalten, indem du Lebensräume schaffst. Gerade die Insekten werden ja rapide weniger.

Dein Gewinn: Gut fürs Karma

1 Punkt