Ich lärme also bin ich

Also gut, schreibe ich mal über Lärm, Krach, nervige Geräusche.

Wir fahren ja Motorrad. Gerne. Das kann auch schon mal laut werden, weil die Beschleunigung, die wir so mögen nun mal mit viel Getöse verbunden ist. Und Motorradfahren soll jetzt ja am Wochenende verboten oder eingeschränkt werden. Wegen dem Krach.

Verstehen tu ich das. Wenn wir so unterwegs sind, dann sehen wir schon gelegentlich andere Motorradfahrer. Da sind wir ja nun mal nicht alleine unterwegs. Wir suchen halt alle ähnliche Strecken. Kurvig soll es sein, für den Fahrer. Schön was zu sehen, für die Sozia. Schattige Straßen, vor allem im Sommer. Ausflugsziele, wo Motorradfahrer willkommen sind und es schön viele Parkplätze zum Flanieren und Gucken gibt. Und so tummeln wir uns auf den selben Straßen, die als Geheimtipp immer weiter gereicht werden. Und da wird’s ausgesprochen lästig für die Anwohner. Was ich spätestens immer dann merke, wenn wir mal halten und ein paar Minuten sitzen. Vroom Vroom Vroom. Tucker tucker tucker. JAUL!!!!!!!! Vor allem der schnelle Start am Ortsschild ist wirklich doof.

Aber:

Nur selten machen wir Motorradfahrer das früh um halb fünf. Da gibts ganz andere Lärmquellen. Da fliegen dann die ersten Flugzeuge über unser Haus zum nächsten Großflughafen. (Jetzt fliegen sie ja wieder). Night over. Gleich darauf geht unser Nachbar zum Husten auf den Balkon. (Sonst ist er ein netter Kerl, warum er zum Husten auf den Balkon geht, weiß ich auch nicht). Mit etwas Pech weckt das seine Hunde auf, die dann auch auf den Balkon kommen und den Mond anbellen. Was dann die Hunde der Nachbarschaft weckt. Kurz danach starten dann die ersten Nachbarn Richtung Arbeit. Motor an, Musik an, irgendwann dann los. Und so gehts immer weiter, bis Abends um 23 Uhr, oder noch länger.

Und zum Spaß spazieren fahren, das machen andere auch. Mein Ex-Chef spielt Freizeit Bauer und fährt mit seinem Traktor ins Eiscafé. Ein Nachbar fährt seinen Oldtimer Gassi. Im Sommer die Cabrios fahren auch gerne zum Spaß. Und auch die sind alle laut, wenn sie aufs Gas treten.

Und die Rasenmäher und Schredder und Laubbläser. Samstag Mittag. Und mit lautem Radio, dass Mann die Fußballbundesliga gut hören kann, über dem Krach des Rasenmähers. Elektrorasenmäher wären leiser…

Die ganzen Boomboxen und die Musik die aus den Fenstern quillt. Und dem Einen seine Musik ist dem Anderen sein Lärm.

Und was für mich besonders schlimm ist: Die vielen weinenden Kinder, deren Eltern das grad egal ist.

Und die jaulenden Hunde, deren Herrchen oder Frauchen in Urlaub fahren. Und zwar  ohne ihren „Schatz“, der dann zwei Wochen lang allen im Viertel erzählt, wie einsam er ist, und dass er Angst hat. Da hilft auch nicht, dass zwei mal am Tag jemand kommt und füttert.

Und so könnt ich grad weiter erzählen. Fakt ist, wir alle machen Krach und denken uns nix dabei. Manchmal denke ich, das ist so eine Art Bestätigung, dass wir existieren.

Wir waren in Afrika. Da gibts noch so viele unbesiedelte Gegenden. Keine Motoren, kein Radio, wenig Maschinen, wenig Autos. Und alles ist ruhig. Bis auf den Wind in den Gräsern und Blättern und den Geräuschen, die die Tiere machen. Und die Menschen sind es auch. Sie flüstern. Wie schön.

Bonus-Track: Green Belt Movement (englisch) Bewegung in Kenia, die Frauen stärkt und Bäume pflanzt

Spruch der Woche: Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt. Mahatma Ghandi

 

2 Kommentare zu „Ich lärme also bin ich“

  1. Ja, es stimmt, was Du schreibst! Doch da ich kaum noch höre (lieber wäre mir, ich könnte noch besser hören), ist mir Lärm fremd. Ohne Hörgeräte weiß ich morgens z. B. nicht, daß es z.B. nachts ein Gewitter gab. Und doch habe ich die Anleitung, mich zu ändern, beherzigt. Nämlich: wenn ich morgens zum Briefkasten gehe oder zur Garage oder zu den Müll-boxen, lasse ich gern die Wohnungs- und die Haustür auf, nicht ohne den Schlüssel einzustecken. ABER: wenn es windig ist, knallt die Wohnungstür zu. Das macht Krach. Und um den Krach zu vermeiden – manchmal schläft ein Mitbewohner ja noch, schließe ich jetzt sanft die Wohnungstür. Und das mache ich immer, wenn ich nur aus der Wohnung gehe.
    Danke für Deine Mahnung!

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    1. Hallo liebe Margret, vielen Dank für deine Worte. Und schön, dass di einen Weg gefunden hast, Lärm zu vermeiden. Und VIELEN VIELEN Dank, dass du und das erzählt hast. Und ich werde auch mehr darauf achten, dass keine Tür mehr schlägt.
      Kleine Schritte in die richtige Richtung.

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