Leben und Gesundheit schützen

Corona hat’s gezeigt. Wir sind durchaus in der Lage uns einzuschränken, wenn es darum geht Leben und Gesundheit anderer Menschen zu schützen. Und die Politik kann sogar sehr schnell neue Regeln aufstellen, Gesetze und Verordnungen beschließen und umsetzen. Sogar zu Lasten der Wirtschaft. Und wir Bürger*innen haben uns mehr oder weniger an diese Regeln gehalten. Auch sehr schnell. Da können wir:

  • Stolz drauf sein.
  • Weiter machen.

Und das, obwohl der Sinn für die Bedrohung für viele Menschen gar nicht so stark war und viele der Vorschriften nicht wirklich eingeleuchtet haben.

Eine Runde Schulterklopfen. Natürlich jeder nur die Eigene, weil Abstandsregelung 🙂

Und weiter machen würde ich gerne mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen für die Autobahn. Ein Blick zu Wikipedia zeigt, dass in Europa nur ein Land keine Beschränkungen für die Autobahn hat. Nämlich Deutschland. Grafik zu den Beschränkungen in Europa. In den anderen Ländern wird die Geschwindigkeit reduziert zwischen 100 km/h (z.B. Zypern) bis 140 km/h (z.B. in Polen).

Auch außerhalb der Ortschaften ist in vielen Ländern Europas eine geringere Geschwindigkeit vorgeschrieben als bei uns: Übersicht über die zulässigen Geschwindigkeiten in Europa.

Dies rettet Leben und Gesundheit direkt, weil weniger Geschwindigkeit in der Regel für weniger Unfälle – und harmlosere Unfälle – sorgt. Und es rettet Leben und Gesundheit indirekt, weil weniger Geschwindigkeit weniger Lärm erzeugt, weniger Abgase, weniger Ressourcenverbrauch. Weniger Stress. Das Fahren entspannter wird. (Abgesehen davon, dass bei geringeren Geschwindigkeiten auch viele Unfälle mit Tieren vermieden werden könnten. Ich habe ja mal ein Reh tot gefahren. Ist lange her, schnell war ich auch nicht, geht mir jetzt noch nach.)

Im Mai 2020 hat der Deutsche Verkehrssicherheitsrat eine entsprechende Empfehlung abgegeben.

Leider gibt es meines Wissens gerade keine Petition, keine Kampagne, die die Bundesregierung auffordert die Geschwindigkeitsbegrenzungen menschenfreundlicher zu gestalten.

Mein Traum: 30 km/h im Ort, 80 km/h außerorts, 130 km/h auf Autobahnen und Schnellstraßen.

Wie siehst du das? Bist du schon eine mobile Geschwindigkeitsbremse und fährst langsamer als erlaubt? Brauchen wir wirklich die Straßenverkehrsordnung und Bußgelder und Punkte in Flensburg um uns rücksichtsvoll und intelligent zu verhalten?

Glaubst du, wir Deutschen kriegen das auch noch hin, so wie unsere Nachbarn? Oder ist uns unser heiliges Bleche noch immer wichtiger als Leben und Gesundheit unserer Mitmenschen? Müssen wir schon froh sein, wenn sich mehr Autofahrer*innen an die bestehenden Beschränkungen halten?

Ich bin gespannt.

Bonustrack: Wildkräuter für deine Küche

Spruch des Tages: Alle Gefühle, wie stark sie auch sein mögen, haben einen Anfang und ein Ende.
Shamash Alidina


 

5 Kommentare zu „Leben und Gesundheit schützen“

  1. Mir geht es bei Fahren mit Geschwindigkeiten schneller 130 km/h ähnlich, wie wenn ich jetzt während einer Pandemie auf die Straße gehe. Es fehlt mir in beiden Fällen das Gefühl gefährdet zu sein oder das Gefühl mit meinem Verhalten andere zu gefährden. Da diese gefühlte Bedrohung fehlt, muss ich immer wieder aufs Neue, mich über den Verstand an das sichere Verhalten im Straßenverkehr oder das Abstand halten zu meinen Mitmenschen ermahnen.
    Eine gesetzliche Vorgabe in Form einer Geschwindigkeitsbeschränkung und einer Kontakt- und Abstandsbeschränkung hilft hier weiter. Also ja, wir brauchen ein Geschwindigkeitslimit per Straßenverkehrsverordnung.

    Liken

  2. Liebe Grretl,

    es gab schon mal mindestens eine Petition für Geschwindigkeitsbegrenzung zumindest auf Autobahnen. Die ist derzeit wahrscheinlich nicht mehr aktuell. Es gab sogar eine über die Petitionsseite des Bundestags, wenn ich mich recht erinnere (hat glaube ich die 50.000 Minimalmarke nicht erreicht). Ich stimme dir zu, dass wir diese Begrenzungen so einführen sollten. Als sehr gute Lektüre zu diesem und anderen Öko-Themen möchte ich dir (und deinen Leser*innen) „Ökoroutine“ von Michael Kopatz (https://www.oekoroutine.de/das-buch/) ans Herz legen. Er führt u.a. zahlreiche Argumente für solche Geschwindigkeitsbegrenzungen auf, hat aber auch viele andere spannende Punkte aufgegriffen.
    Irgendwann wird auch de Mehrheit in Deutschland verstehen, dass das Privatauto keine Zukunft hat und unbegrenztes Düsen über die stetig erweiterten Autobahnen erst recht nicht. Es wird Zeit, dem Land eine progressivere Identität als die des Autolandes zu geben – das ist vom letzten Jahrhundert/-tausend. Ich hoffe, dass die Erkenntnis schnell kommt und zügig umgesetzt wird.

    Viele Grüße und danke für deine Anregungen 🙂
    Catha

    Liken

Schreibe eine Antwort zu grretl Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s