Artenschutz ganz praktisch

Neulich habe ich gelesen (aber wo? Quellenangaben sind ja wichtig), dass die Felsenbirne auf die Vorwarnliste gesetzt wurde. Jetzt habe ich keine emotionale Bindung an die Felsenbirne, eine Freundin hat sie im Garten, daher kenn ich den Namen. Das hat mich aber zum Nachdenken gebracht. Wenn nun Öko-Gärtnern den Platz und den Willen hätten, die Felsenbirne in ihrem Garten zu pflanzen, dann wäre das ein sehr praktischer Artenschutz. Und dann überlegte ich, warum das Ganze auf die Felsenbirne beschränken? Es gibt bei uns so viele gefährdete Arten, warum holen wir da nicht in unsere Gärten, was uns gefällt? Und ich machte mich auf die Suche nach der roten Liste. Und fand sie auf die Schnelle nicht. Aber ich kam zur Seite des Bundesamtes für Naturschutz. Und da hab ich dann mal angefragt, ob das Amt das auch für eine gute Idee halten würde, mit dem Asyl von gefährdeten Pflanzen im heimischen Garten. Leider war die Antwort dann anders als erhofft. Die Pflanzen, die mensch kaufen kann sind oft Weiterzüchtungen, Hybride und diese könnten für den Erhalt der gefährdeten Arten keinen Beitrag leisten und im Gegenteil die natürlichen Vorkommen genetisch verfälschen. Schade, ich dachte, so eine schöne Idee. Wie die Tiere, die von diesen Pflanzen abhängig sind das sehen, weiß ich natürlich auch nicht. Und wieder bekam ich die Empfehlung, einen möglichst naturnahen Garten zu haben, wenn ich was für die Natur tun will. Zur Zeit blühen bei uns der Mohn und das Johanniskraut und geben das Frühstücksbuffet für die Wildbienen.

Was ich aber gemacht habe, letztes Jahr: Ich bin in die Gärtnerei meines Vertrauens und habe gezielt nach einer Pflanze gefragt, deren Blüten schön sind und gut duften (für mich) und deren Blüten ungefüllt sind (für die Bienen) und deren Früchte essbar sind (für uns und für die Vögel, je nach dem wer schneller ist). Und die nicht so anspruchsvoll ist, was Boden und Umgebung angeht. Wir kamen dann auf eine Hundsrose. Überwintert hat sie gut, sie wächst – aber leider, sie blüht noch nicht.

Für die Insekten und die Vögel habe ich Schalen mit Wasser aufgestellt. Zur Zeit nutzen es in erster Linie die Wespen, die damit ihre Nester bauen. Im Obstgarten sind die Wasserschalen auch praktisch. Die durstigen Insekten lassen dadurch die Früchte in Ruhe, besonders die Himbeeren haben von der Tränke sehr profitiert. Also, wir haben da von der Tränke profitiert. 🙂

Bonustrack: ganz praktische Bäumepflanzer

Gewinn für die Umwelt: Wenn du heimische Pflanzen in deinen Garten oder auf deinen Balkon holst, dann unterstützt du damit auch die heimische Tierwelt.

Dein Gewinn: Ist doch schön, wenn es summt und brummt. Und zwitschert.


 

4 Kommentare zu „Artenschutz ganz praktisch“

  1. Liebe Grretl ! Herzlichen Dank für Deinen neuen Beitrag!

    Johanniskraut und wilder Mohn in Deinem Garten ,wie wunderbar !
    Im Frühling habe ich meine Freundinnen überrascht, als ich sagte :“ ich habe kein UNkraut in meinem Garten !“
    Fragende Gesichter ,meine Antwort :“ Bei mir wachsen nur WILDkräuter „,
    und was da alles wunderschön wächst und blüht: wilder Mohn in zwei Varianten, Ackerwitwenblume, Kreuzkraut ,Glockenblumen in drei Erscheinungsformen, Berufkraut ,Gänseblümchen , Hahnenfuß und wolliger Storchenschnabel….
    in schönster Harmonie mit den Pflanzen aus der Gärtnerei und alle sind bei Bienen sehr beliebt!
    Vielleicht müssen sie damit nicht auf die Liste des Artenschutzes !
    Liebe Grüße
    Sigrid

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  2. Seit Mai 2020 schreibt das Bundesnaturschutzgesetz für Pflanzungen in der freien Natur zertifiziert gebietseigene, auch autochtone Gehölze genannt, vor. Wenn Du was für bedrohte Gehölze tun willst, frag doch in den Baumschulen danach. Die Felsenbirne ist übrigens ein sehr schöner Strauch, der all Deine Anforderungen erfüllt: schöne Blüte, eßbare Früchte, attraktive Herbstfärbung.

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