Gärtnern für Ökos

Oh wie schön, die Sonne scheint, der Garten erwacht zu neuem Leben.

Aber ich bin eine faule Gärtnerin, und ich will auch der Natur in meinem Garten Platz bieten. Was also tun? Einfach mal wachsen lassen, auch die ungeliebten Kräuter.

1.) wir haben ein Schild am Tor, auf dem steht: Vorsicht wilder Garten. Damit die Nachbarn wissen, dass es Absicht ist.

2.) auf Nachfrage erkläre ich den Garten zu einer Wildkräuterplantage. Und Wildkräuter im Salat sind ein echter Leckerbissen, wenn du dich ein wenig auskennst. (Wichtig ist nur, die Kräuter sauber zu verlesen. Das Schärfste, was ich je gegessen habe, war eine kleine grüne Raupe, die ich übersehen habe. Für die Raupe war es schlimmer.)

3.) einen Teil des Gartens haben wir mal einfach wuchern lassen. Mit einem hübschen Zaun herum. Wir nannten es unsere Serengeti. Und wenn die Nachbarn da mit machen, dann wird die Serengeti schnell doppelt so groß. Und bietet so noch mehr Tieren und Pflanzen einen geschützten Raum. Der Garten war uns aber wirklich viel zu groß.

4.) ganz sachlich: Nackte Erde ist Wind und Sonne und Regen völlig ungeschützt ausgeliefert. Und das bedeutet: viel gießen und viel düngen, viel spritzen und natürlich viel jäten. Ohne Wildwuchs weniger pflanzliche und tierische Helferlein. Besser ist es, den Löwenzahn, den Giersch, die Brennnessel & Co. stehen zu lassen, bis das Fleckchen Erde tatsächlich gebraucht wird. Alles drei schmeckt eh lecker, wenn es noch jung ist.

5.) Direktkompost: Will heißen, ich lege die Garten- und Küchenabfälle direkt auf den Boden, ohne Kompostecke, so verrottet das schön langsam, bedeckt den Boden. OK, es sieht jetzt nicht so doll aus, wenn zwischen den Tulpen die Reste vom Salat liegen. Aber wer ist schon perfekt. Und die Reste vom Salat verschwinden schneller als erwartet.

Meistens wächst mehr als wir essen wollen, trotzdem.

Du hast keinen Garten? Aber einen Balkon oder eine Terrasse? Es gibt extra Samenmischungen für Schmetterlingspflanzen oder für Bienen.

Bonustracks:

Umfrage der europäischen Grünen zu der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik

Gewinn für die Umwelt: Enorm: Nicht nur die Landwirtschaft sorgt für Flächen, auf denen wenig Leben ist, auch der Standardgarten kann eine lebensfeindliche Fläche sein. Und hat dann seinen Anteil am Artensterben.

Dein Gewinn: Mehr freie Zeit, mehr bio-Lebensmittel auf dem Teller, mehr Käfer und Schmetterlinge und Vögel und Eidechsen und Igel und Abenteuer in deinem Garten

20 Punkte


 

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